Keyvisual Verhaltenstipps bei Durchsuchung und Beschlagnahme

Steuerfahndung-Durchsuchung und Beschlagnahme - so sollten Sie sich verhalten

1.) Auftreten

Bleiben Sie ruhig und kontrolliert, vermeiden Sie Panik und bewahren Sie einen freundlichen, sachlichen Umgangston.


2.) Dokumente prüfen

Verlangen Sie freundlich aber bestimmt nach Dienstausweisen und dem Durchsuchungsbeschluss und beachten Sie folgende Punkte:

  • der strafrechtliche Vorwurf muss genau bezeichnet sein
  • die gesuchten Gegenstände müssen exakt aufgelistet sein (allgemeine Floskeln wie "Beweismittel" genügen dem nicht)
  • die Rechtsgrundlage § 102 StPO muss in dem Beschluss genannt sein
  • der Beschluss darf nicht älter als 6 Monate sein
  • notieren Sie Name und Funktion der beteiligten Beamten

3.) Recht zu Schweigen nutzen

Geben Sie keine Erklärungen zur Sache ab und machen Sie keine Angaben. Sie haben das Recht zu Schweigen! Machen Sie von diesem Recht Gebrauch! Aus Ihrem Schweigen dürfen keine nachteiligen Schlüsse gezogen werden. Name, Anschrift und Geburtsdatum reichen aus, bis Ihr Rechtsbeistand eingreift!


4.) Sofort Rechtsanwalt/Steuerberater benachrichtigen

Benachrichtigen Sie sofort Ihren Rechtsanwalt/Steuerberater! Ihnen steht gem. § 137 StPO in jeder Lage des Verfahrens das Recht zu, Ihren Rechtsanwalt hinzuziehen und sich mit ihm zu besprechen.

Beachten Sie: kein Schritt, keine Aussage ohne Ihren Rechtsanwalt - Sie könnten sonst eine fatale Entwicklung nicht mehr rückgängig machen!

Wichtig:
Solange Sie noch allein sind oder auf Ihren Rechtsanwalt warten, ein Tipp aus gutem Grund:
Steuerfahnder haben eine spezielle Ausbildung. Bleiben Sie standhaft bei Angeboten der Steuerfahnder "reinen Tisch" zu machen oder ein Geständnis abzulegen und dadurch weitaus besser "aus der Sache herauszukommen".

Zu Ihrem eigenen Schutz bleibt es dabei: Keine Aussage ohne Ihren Rechtsanwalt – das gilt auch für "lockere Gespräche" über Urlaub und Wetter. Auch dies dient der Information der Fahnder.


5.) Widerspruch gegen Dokumenten-Herausgabe

Geben Sie Unterlagen, Akten und Dokumente nicht freiwillig heraus!

Widersprechen Sie der Sicherstellung!

Durch die Formalien, die dann für die Steuerfahnder folgen, sichern Sie sich eine bessere Rechtsposition (Vorteile), aber: Beseitigen oder verstecken Sie keine Unterlagen oder Beweismittel.

Glauben Sie uns: Die insoweit geschulten Fahnder sind besser im Finden als Sie im Verstecken oder Vernichten.


6.) Protokoll verlangen oder erstellen

Verlangen Sie das Beschlagnahmeprotokoll und fertigen Sie sofort nach der Durchsuchung ein eigenes Gedächtnisprotokoll an.

Alle beschlagnahmten Gegenstände sind genau zu bezeichnen. Prüfen und vergleichen Sie!

Je nach Bedeutung der Unterlagen für Sie: Bestehen Sie auf Ihr Recht, Kopien anzufertigen. Die Originale könnten sonst wochenlang für Sie nicht mehr zugänglich sein.

Bestehen Sie auf Ihr Recht, dass die beschlagnahmten Unterlagen versiegelt werden, auch wenn man Ihnen dies verweigern will.

Auch hier gilt: Jede Weigerung der Beamten gehört in das Protokoll!


7.) Steuerfahnder nicht allein lassen

Lassen Sie die Steuerfahnder nie allein – auch wenn Sie telefonieren.

Sofern Sie telefonischen Kontakt mit Ihrem Rechtsanwalt haben: Geben Sie den Telefonhörer einfach an den Leiter des Einsatzes weiter.


8.) Notfallnummern

Notfallnummern speichern und bei Bedarf verwenden:

  • 0234-338530
  • 0171-3079220
  • 0171-2729063

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